Jakob-Dammann-Haus

Jakob-Dammann-Haus
Jakob-Dammann-Haus

Geschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann Stadthagen durch Flucht und Vertreibung viele Einwohnerinnen und Einwohner hinzu. Zunächst führte diese Zuwanderung in den 1950er Jahren zur Erweiterung der damals 2 Pfarrstellen um eine 3. mit dem Wirkungskreis St. Martini-Kirche und Marie-Anna-Stift. Als sich Stadthagen in den 1960er Jahren immer weiter nach Westen hin ausdehnte, entstand der Wunsch nach einem neuen Gemeindezentrum als Mittelpunktfunktion für den neuen Stadtteil.
Dieser Bau wurde ganz im Stil der ausgehenden 1960er Jahre geplant: multifunktional, mit einer Bühne an der Ostseite, die später einmal auch als Altarraum dienen sollte. Die neu errichtete 4. Pfarrstelle wurde mit dem damaligen Jugendpastor Hans-Karl Klingner besetzt. Am 15. Mai 1969 wurde er von Landesbischof Maltusch in sein Amt eingeführt. Bald nach der Fertigstellung des Baues begann Pastor Klingner neben den Hauptgottesdiensten in St. Martini in 14-tägigem Rhythmus im Jakob-Dammann-Haus Gottesdienst zu feiern. Am 15. Mai 1979 wurden in einem Gottesdienst die beiden neuen Glocken mit den Tonlagen cis und g von Landesbischof Maltusch geweiht. Pastor Klingner trat im Oktober 1990 nach über 20jähriger Wirkungszeit in den Ruhestand.

Der zweite Pastor am Jakob-Dammann-Haus war Werner Hinz. Das gottesdienstliche Leben hatte inzwischen einen so großen Aufschwung genommen, dass der Gottesdienst auf Beschluss des Kirchenvorstands wöchentlich gefeiert wurde. Der Altarraum wanderte von Osten nach Westen und die Ausrichtung der Gemeinde änderte sich um 180 Grad. Schon zu dieser Zeit entstanden Pläne zum Umbau des Jakob-Dammann-Hauses. Darüber hinaus waren umfassende Sanierungsarbeiten nötig geworden. Pastor Hinz verließ die Gemeinde im Frühjahr 1994, um einen Auslandspfarrdienst in Venezuela anzutreten.

Danach wurde Pastor Dr. Ralph Meier mit der Verwaltung der Pfarrstelle beauftragt. In seine Zeit fällt auch die Einrichtung einer 5. Pfarrstelle, die ebenfalls den Tätigkeitsschwerpunkt am Jakob-Dammann-Haus finden sollte. Pastor Meier konnte die Planungen für den Umbau so weit voran bringen, dass auch nach seiner Berufung an eine norwegische Hochschule die Bauarbeiten kurz danach begannen.

Inzwischen zählt die 4. Pfarrstelle seit dem 1. Januar 2001 ihren 4. Inhaber. In die Amtszeit von Pastor Hartmut Spier fällt der Beginn der Umbauarbeiten im Sommer 2001 und die vorübergehende Unterbringung der Gottesdienstgemeinde in die benachbarte Sonnenbrinkschule für fast ein dreiviertel Jahr.


Umbau
Mit dem Umbau sollte die dringend erforderliche Sanierung des Gebäudes mit einer funktionalen Erweiterung verbunden werden. Ein Kirchenraum und ein Gemeinderaum sollten untergebracht werden, verbunden durch eine Schiebewand, die im geöffneten Zustand auch den Gemeindesaal in den Kirchenraum mit einbezieht. Mit dieser Vorgabe wurde das Büro AAD mit dem Architekten Graf Norbert von Matuschka aus Bückeburg beauftragt, der das Gemeindehaus 1976 erbaut hatte.

Sein Entwurf sah als wesentliche Elemente raumhohe Fenster, eine Empore und einen Altarbereich mit großer Außenöffnung und vorgesetzter gebogener Scheibe vor, in die ein christliches Symbol eingeschnitten werden sollte. Im Bauausschuss der Kirchengemeinde wurde unter Beteiligung der Landeskirche beschlossen, das Gebäude behindertengerecht umzubauen.

Im Keller wurde eine moderne energiesparende Heizungsanlage mit Gasanschluss eingebaut. Hierdurch wurde ein Kellerraum für die WC-Anlagen mit einem neuen Behinderten-WC gewonnen. Die Heizungs- und Sanitärinstallationen wurden erneuert und im Kellerbereich neue Fenster eingebaut. Die Fassade hat eine eingeputzte Wärmedämmung bekommen. Die Trockenbauarbeiten im Altarbereich zur Schaffung von zwei Abstellräumen für Stühle und Tische, eine geneigte Decke mit Einbauleuchten geben dem Raum sein heutiges Aussehen. Zur Gesamtwirkung tragen vor allem das Parkett im Kirchenraum und im Untergeschoss die Fliesen auf Boden und Wand bei.
Mit einem Festgottesdienst am 15. März 2002 wurde das Jakob-Dammann-Haus durch Landesbischof i. R. Jürgen Johannesdotter geweiht.